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IFA W50 LF-CO₂ – Speziallöschfahrzeug Buna

Der IFA W50 LF-CO₂ war ein speziell für den Einsatz in Industrieanlagen konzipiertes Löschfahrzeug, das insbesondere in chemischen Betrieben wie den Buna-Werken eingesetzt wurde. In diesen Bereichen bestand eine erhöhte Brandgefahr durch leicht entzündliche Chemikalien und elektrische Anlagen, bei denen der Einsatz von Wasser oder Schaum ungeeignet war. Das Fahrzeug nutzte stattdessen Kohlendioxid (CO₂) als Löschmittel, das Brände effektiv ersticken konnte, ohne Rückstände zu hinterlassen oder sensible Produktionsanlagen zu beschädigen.

Der Aufbau basierte auf dem bewährten IFA W50 L-Fahrgestell, das für seine Zuverlässigkeit und hohe Geländegängigkeit bekannt war. Die feuerwehrtechnische Ausstattung wurde vom VEB Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde gefertigt und speziell auf die Anforderungen des Industriebrandschutzes ausgelegt. Das Fahrzeug war mit mehreren großen CO₂-Druckbehältern ausgestattet, die über Hochdruckleitungen mit handgeführten Strahlrohren verbunden waren. Dadurch konnten Brände gezielt bekämpft werden, ohne dass sich das Löschmittel in der Umgebung verteilte oder Folgeschäden verursachte.

Ein besonders bekanntes Beispiel für die Nutzung eines LF-CO₂ war das Fahrzeug der Werkfeuerwehr des Chemiekombinats Böhlen. Dort wurde bereits 1965 ein LF-CO₂ auf einem S4000-1-Fahrgestell in Dienst gestellt. Aufgrund gestiegener Anforderungen wurde der Aufbau 1982 auf ein moderneres IFA W50 L-Fahrgestell umgesetzt. Dieses Fahrzeug blieb bis 1998 im Einsatz, bevor es von der AG Feuerwehrhistorik Riesa übernommen und auf das ursprüngliche S4000-1-Chassis zurückgebaut wurde.

Der IFA W50 LF-CO₂ war eines der wenigen speziell für CO₂-Löscheinsätze konstruierten Fahrzeuge in der DDR. Es zeigte eindrucksvoll, wie gezielt Feuerwehrtechnik für industrielle Anforderungen entwickelt wurde, um den speziellen Gefahren in Chemie- und Produktionsbetrieben gerecht zu werden.